Vorwort

Steffen Stübig

Großen Organisationen wird oft Schwerfälligkeit nachgesagt. Für die Vereinten Nationen, die in dem dynamischen Umfeld der internationalen Politik immer wieder Handlungsfähigkeit beweisen müssen, wäre dies fatal. Und dennoch richtet sich auch der Blick der Forschung immer wieder auf den status quo, während Entwicklungsdynamiken und die Veränderungsfähigkeit oft unbeachtet bleiben. Das 3. JUNON-Forschungskolloquium, das vom 3. bis zum 5. Mai 2013 an der Technischen Universität Dresden tagte, widmete sich daher genau diesem Spannungsfeld zwischen Aufbruch und Beständigkeit. Beleuchtet werden sollten institutionelle, normative und strukturelle Aspekte des Wandels in der Weltorganisation.

Nunmehr zum dritten Mal haben wir das Forschungskolloquium ausgerichtet. Wir, das ist die Arbeitsgruppe Junge UN-Forschung, die dem Jungen UNO-Netzwerk Deutschland e.V. entsprungen ist. Mit dem Kolloquium möchten wir einen Raum schaffen, um den Austausch unter dem wissenschaftlichen Nachwuchs, d.h. Studierenden, Absolvent_innen und Doktorand_innen, anzuregen und zu institutionalisieren. Hierbei wollen wir den Blick für interdisziplinäre Fragen schärfen, um die Vereinten Nationen aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren und zu erfassen. Da sich die Organisation mit praktisch allen denkbaren Belangen der internationalen Gemeinschaft befasst, erscheint der Disziplinen übergreifende Blick hier besonders fruchtbar.

Wie auch schon 2012 an der Friedrich Schiller Universität Jena fand das Forschungskolloquium auch 2013 unter einem Oberthema statt: „Die Vereinten Nationen zwischen Aufbruch uns Beständigkeit.“ Dieser Schwerpunkt bietet sehr vielfältige Bezugspunkte für interdisziplinäre Diskussionen. Sehr gut konnten wir an die Arbeit von Prof. Dr. Rensmann anknüpfen, der die Forschungsstelle „Vereinte Nationen“ an der TU Dresden leitet. Mit einem Vortrag zum Thema „Der Wandel in den Vereinten Nationen aus rechtswissenschaftlicher Sicht“ stimmte er uns am Freitag auf das Kolloquium ein.

Die vorliegende Dokumentation möchte einen Einblick über den Ablauf und den Inhalt des Kolloquiums geben. Die Abstracts der vorgestellten Forschungsarbeiten zeigen die inhaltliche Spannbreite und das hohe Niveau der Nachwuchsforschung. Die Ergebnisse des Kolloquiums werden durch eine Zusammenfassung der Abschlussdiskussion skizziert.

Die ca. fünfzehn Teilnehmer_innen begrüßten die Schaffung weiterer Möglichkeiten der Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler_innen im Bereich der UN Studies. Hierbei wurde einmütig das UN-Forschungskolloquium als ein sehr gut geeignetes Format gelobt. Hervorgehoben wurden beispielsweise die intensive Arbeitsatmosphäre bei den Diskussionen und die Qualität der eingereichten Papiere. Viele haben sich das Kolloquium schon für nächstes Jahr vorgemerkt und wollen weiter die Werbetrommel rühren. Das macht Hoffnung, dass wir das Kolloquium auch langfristig etablieren können, um Forschungsarbeiten zu diskutieren, sich zu vernetzen und damit die Nachwuchsforschung zum Gegenstand der Vereinten Nationen voranzutreiben.

An dieser Stelle möchten wir uns bei unseren Kooperationspartnern vor Ort bedanken: Ohne die Unterstützung von Franziska Knur und dem DGVN-Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. hätten wir das Kolloquium sicherlich nicht realisieren können. Genauso gilt unser Dank auch Prof. Dr. Rensmann und der Forschungsstelle „Vereinte Nationen“ an der TU Dresden für die gewährte Unterstützung bei der Austragung in Dresden. Außerdem möchten wir uns für die engagierte logistische Unterstützung der UN-Hochschulgruppe an der TU-Dresden herzlich bedanken.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *