Vorwort

Steffen Stübig

Welche Bedeutung kommt der zunehmenden Fokussierung auf den Menschen in politischen Konzepten in den Vereinten Nationen (z.B. human security) zu? Wie können Individuen in spezifischen Rollen (z.B. als nationale Delegierte oder als Diplomaten) ihre Persönlichkeit in internationale Entscheidungsfindungsprozesse einbringen? Mit solchen und anderen Fragen beschäftigte sich das 2. JUNON-Forschungskolloquium, das vom 27. bis zum 29. April 2012 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter dem Oberthema „Mensch und Individuum in den Vereinten Nationen“ tagte. Die Dokumentation soll einen Einblick in die Diskussionen und Ergebnisse der Veranstaltung bieten.

Veranstaltet wird das Forschungskolloquium von der AG Junge UN-Forschung bei JUNON e.V. Ein Grundanliegen des Kolloquiums neben der inhaltlichen Auseinandersetzung ist die Schaffung eines Raums für den Austausch unter Nachwuchswissenschaftler_innen, d.h. Studierende, Absolvent_innen und Doktorand_innen. Dabei soll gerade dem interdisziplinären Charakter der UN Studies Rechnung getragen werden. Für den Blick über die oft eng gesteckten Fachgrenzen hinweg eignen sich die Vereinten Nationen als Untersuchungsgegenstand besonders gut. Die Organisation beschäftigt sich mit praktisch allen wichtigen Belangen der internationalen Gemeinschaft. Daher bieten die Vereinten Nationen gleich mehreren Disziplinen die Möglichkeit, verschiedene, sich gegenseitig ergänzende Facetten auf gemeinsame Fragen und Probleme zu beleuchten.

Nach der Premiere 2011 in Berlin fand das Forschungskolloquium dieses Jahr erstmals unter einem thematischen Schwerpunkt statt: „Mensch und Individuum in den Vereinten Nationen“ Gerade dieser Fokus hat sich aufgrund der sehr vielfältigen Bezugspunkte zu Menschen und Individuen als sinnvoller Zugang für interdisziplinäre Diskussionen erwiesen. Mit diesem Fokus knüpften wir außerdem eng an das aktuelle Forschungsprojekt von Prof. Dr. Fröhlich an, der an der Universität Jena den Lehrstuhl Internationale Organisationen und Globalisierung innehat. Sein Projekt beschäftigt sich mit der Rolle von UN-Sondergesandten und wird von der Deutschen Stiftung Friedensforschung gefördert.

Die Spannbreite der eingereichten Kolloquiumspapiere, die sich nicht nur mit dem Oberthema, sondern auch mit UN Studies im Allgemeinen beschäftigen, wird im Folgenden durch knappe Zusammenfassungen dokumentiert. Die Abstracts bezeugen einerseits die Interdisziplinarität des Kolloquiums, andererseits das hohe Niveau der Nachwuchsforschung und die frischen Impulse, die von ihr ausgehen. Vorab erfolgt eine Einführung in das Oberthema des Kolloquiums. Zusätzlich wird das Forschungsprojekt von Prof. Dr. zu den UN-Sondergesandten vorgestellt. Die Ergebnisse des Kolloquiums werden durch eine Zusammenfassung der Abschlussdiskussion skizziert.

Die knapp 20 Teilnehmer_innen aus den Rechtswissenschaften, aus Politikwissenschaften, der Geschichte und anderen Fächern begrüßten die Schaffung weiterer Möglichkeiten der Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler_innen im Bereich der UN Studies. Hierbei wurde einmütig das UN-Forschungskolloquiums als ein sehr gut geeignetes Format gelobt. Hervorgehoben wurden beispielsweise die intensive Arbeitsatmosphäre bei den Diskussionen und die Qualität der eingereichten Papiere. Entsprechend haben sich viele Teilnehmer_innen interessiert gezeigt, auch an dem nächsten Kolloquium mitzuwirken und sich aktiv in die Arbeit der AG Junge UN-Forschung einzubringen. Das macht Hoffnung, dass wir mit dem Kolloquium auch langfristig eine Plattform bieten können, um Forschungsarbeiten zu diskutieren, sich zu vernetzen und damit die Nachwuchsforschung über die Vereinten Nationen voranzutreiben.

Zuletzt gilt unser Dank unserem Kooperationspartner, der Professur für Internationale Organisationen und Globalisierung von Prof. Dr. Fröhlich, und seinen Mitarbeiter_innen Dorothea Prell und Patrick Rosenow. Außerdem möchten wir uns für die engagierte logistische Unterstützung der DGVN-Hochschulgruppe Jena herzlich bedanken.

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